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Danke, Rainer!

The Australian Pink Floyd Show

Time – 30 Years Of Celebrating Pink Floyd

10.04.2018, Hamburg, Barclaycard Arena

Sobald bei uns auf der Terasse am Platz 1 das Thema „Konzerte“ zur Sprache kam, hat mir unser Rainer jahrelang immer wieder von dieser „sensationellen Australian Pink Floyd-Show“ vorgeschwärmt.

Als er (nicht nur) mich dann mit „Easy Livin'“ überraschte und sich nur wenig später die Australian Pink Floyd-Show in der Barclaycard-Arena ankündigte… da war das sozusagen eine Verpflichtung.

Na gut, eine Cover-Band in dieser großen Halle? Kann das funktionieren? Das fragten sich offenbar viele Hamburger und beantworteten dies für sich mit „Nein“! Die Halle war definitiv nicht voll, die oberen Hänge abgehängt und auch die sichtbaren Sitzreihen wiesen deutliche Lücken auf. Der Innenraum war voll bestuhlt und gut besetzt.

Das Publikum? Die letzten verbliebenen Rockfans, nicht immer leicht zu erkennen, neben vielen Kulturtouristen („Hinsetzen, ich kann nichts sehen!“) und Jungerwachsenen. Vermutlich der Nachwuchs der Erstgenannten, die endlich einmal hören und sehen wollten, was ihre Eltern da immer sooo toll fanden.

Und damit sind wir bei der Band: The Australian Pink Floyd Show versucht seit 1988, gealterten Pink-Floyd-Fans einen möglichst werktreu kopierten Konzert-Ersatz für das lange schon nicht mehr existente Original zu liefern. Während viele Cover-Bands dazu neigen, auch die Show und die Musiker zu kopieren (siehe The Musical-Box), legen die Aussies ihren Schwerpunkt eindeutig auf die Musik. Die bombastische Show (Videowand, Laser  aufblasbare Figuren…) lehnt sich mit ihren Elementen immer an Pink Floyd an, hat aber durchaus eigene Elemente!

Die Fanreaktionen sind dabei durchaus gespalten, die Kritiker hingegen haben die Band und die Show weltweit mehrfach ausgezeichnet.

Als dann die Lichter pünktlich um 20:00 Uhr erlöschen und das etwas düster und sphärische „Obscured By Clouds“ einsetzt, da entsteht für mich das einzige Mal an diesem Abend der Eindruck, hier würden tatsächlich die Könige des Prog-Rock wieder auferstanden sein. Die Band steht hinter einen weißen Vorhang, auf dem durch wechselnde Schweinwerferpositionen nur die Schattenbilder der Musiker zu sehen sind. Als dieser Vorhang schließlich fällt, ist diese Illusion dann auch vorbei.

Die Musik und (insbesondere) der Sound sind nahezu perfekt! Das ist wirklich unglaublich gut.

 

Die Musiker sind immer dann besonders gut, wenn sie nah am Original bleiben. Sobald es „kreativ“ wird… aber das ist vielleicht auch Geschmacksache?

„One Of These Days“ ist an diesem Abend für mich so ein Beispiel, wo etwas zu viel „gegniddelt“ wird. Vielleicht lag es aber auch am Riesenkänguru?

Die Auswahl der Songs geht querbeet durch alle Alben und Phasen der Band und trifft nach meiner Beobachtung nicht immer den Geschmack des Publikums.

Als nach der Pause (ja, nach einer Stunde folgte eine 20minütige Pause!) sogar „See Emily Play“ aus dem Jahr 1967 gespielt wurde, konnten die „späten“ Pink Floyd-Fans damit gar nichts anfangen. Es soll ja immer noch Fans geben, die kennen nur „The Wall“!

Daher gibt es bei den bekannteren Stücken auch keine Mißverständnisse, „Fat Old Sun“ und „Sorrow“ bremsten die Euphorie jedoch etwas.

Euphorie ist auch so ein Stichwort. Während der weitaus überwiegende Teil des Publikums mehr dem Klang frönte, schienen vereinzelte Fans im Publikum richtig auszurasten. Wenn sich in den freundlichen Applaus so vereinzelt ekstatische Jubelschreie mischen… das fällt dann doch auf.

Aber ich will diesen Abend nicht schlecht reden. Das Konzert hat wirklich Spaß gemacht und die Band hat sicher viel mehr Zuschauer verdient. Mit einer realen Spielzeit von knapp zwei Stunden bekamen die Fans auch einen ordentlichen Gegenwert

Es war meiner Meinung nach auch keine tumbe Cover-Band, der selbstgewählte Begriff einer Tribute-Band trifft die Sache viel mehr.

Und daher war Rainers Begeisterung nicht nur verständlich sondern auch absolut berechtigt!

Hier zum Schluss die Setlist:

  • Obscured by Clouds
  • When You’re In
  • In the Flesh?
  • Shine On You Crazy Diamond (Parts I-V)
  • Shine On You Crazy Diamond (Parts VI-IX)
  • Young Lust
  • The Great Gig in the Sky
  • Us and Them
  • The Happiest Days of Our Lives
  • Another Brick in the Wall Part 2

Pause

  • See Emily Play
  • Pigs (Three Different Ones)
  • Wish You Were Here
  • Fat Old Sun
  • Sorrow
  • One of These Days
  • Run Like Hell

Zugabe:

  • Time
  • Breathe (Reprise)
  • Comfortably Numb

Und wenn ich überhaupt etwas zu bemängeln hätte… ich hätte so gern „Money“ gehört. Vielleicht beim nächsten Mal? Wer nicht so lange warten möchte, hier als kleiner „Vorgeschmack“ ein Konzert der „Eclipsed By The Moon“-Tour!

T.Rex – The Slider (Audiophile Reissue) (p) 1972

Liegt es am eigenen Alter, liegt es an der oft unsäglichen (weil immer gleichen) Musik im Mainstream-Radio oder am immer noch winterlichen Wetter?

Egal welches der Grund gewesen sein mag: nach gefühlt ewiger Zeit kopierte ich mir neulich wieder ein paar T.Rex-Songs auf meine SD-Karte, um mir auf dem Weg zur Arbeit die Zeit im Stau zu vertreiben. Und während ich mit „Children Of The Revolution“ über die Landstraße zockel, gehe ich im Kopf meine LPs von T.Rex und ihrem Mastermind Marc Bolan durch. Angefangen bei „My People Were Fair…“ (1968 noch als Tyrannosaurus Rex!) bis „Electric Warrior“ über „Tanx” zu “Dandy In The Underworld”.

Aber fehlt da nicht eine LP? Am Nachmittag knie ich vor dem Regal, suche… und finde nichts!

Es fehlt doch tatsächlich „The Slider“, das dritte Album der Glam-Rock-Ikonen (sofern man die Tyrannosaurus Rex-Alben aussen vor lässt!)!

Das ist dann der Moment, in dem ich Amazon liebe. Auf dem Smartphone kurz nachgeschaut und tatsächlich gibt es die Vinyl-Ausgabe für 17,99€.

Und am nächsten Tag halte ich das “Audiophile reissue on 180 gram heavyweight vinyl remastered specially for the 40th Anniversary box set by Tony Visconti”-Album in den Händen.

Diese Platte wurde urspünglich für eine auf 2000 Stück limitierte Jubiläumsbox produziert, ist jetzt (März 2018) auch separat bei Amazon erhältlich. Dort soll die erwähnte Jubiläumsbox 259,-€ kosten!

Während ich behutsam die Folie entferne, erinnere ich mich an die ersten Gerüchte, die ich (vor 47 Jahren!) in der Schule über diese „Wahnsinnsgruppe“ mit dem Sauriernamen auffing! In unserer Schülerzeitung gab es sogar einen Artikel, mit dem der Autor beweisen wollte, dass Marc Bolan der legitime Nachfolger von Elvis sei! Und die schwarze Hülle meiner „Hot Love“-Single weist noch immer die Knickspuren auf, mit der ich sie 1972 in meine Jeans-Jacke gesteckt hatte: T.Rex hatten sich in Hamburg (Mönckebergstraße, „Die Schallplatte“) zur Autogrammstunde angesagt. Ich und hunderte von Fans standen dort am Eingang zur Spitalerstrasse… nur T.Rex kamen nicht.

Aber ich schweife ab, mittlerweile dreht sich „The Slider“ auf dem Thorens und genau da passiert es wieder: „Metal Guru“ schiebt den „Gute Laune“-Regler sofort auf Anschlag. Die Finger trommeln den Takt und unwillkürlich summe ich den Riff mit. Und dann geht es Schlag auf Schlag weiter. Mal sanft und schmeichelnd („Mystic Lady“), im typischen Bolan-Boogie-Sound („Rock On“), als grandioser Titelsong („The Slider“) oder als harter Gitarrensound („Buick Mackane“).

Und schon ist die erste Seite zu Ende und die Mechanik des Thorens klackt leise. Also die Scheibe umgedreht und weiter geht es mit „Telegram Sam“, die erste Singleauskopplung dieses Albums (Nr.1 in GB, Nr.4 in D).

Ist es Ausdruck von cleverem Marketing oder von Bolans Selbstbewußtsein, gleich die Singlesauskopplungen an den Anfang der beiden Seiten zu legen? Wer nur die Hits hören wollte, konnte danach die Platte wenden und musste nicht vorsichtig mit dem Lift zur richtigen Stelle „schweben“ (Vinyl-Fans wissen was gemeint ist?).

Wer die Platte jedoch so gehört hat, dem entgingen der Engtanzklassiker „Rabbit Fighter“, das mittlerweile vielfach gesamplete „Baby Strange“, das zärtliche „Ballrooms Of Mars“ oder sogar die Glam-Rock-Parodie von „Whole Lotta Love“! Hört euch einmal genau den Anfang von „Chariot Choogle“ an.

Insgesamt wurde der Schieberegler („The Slider“) in dieser Produktion viel weiter aufgerissen, als noch bei dem Vorgänger „Electric Warrior“. Schlagzeug und Gitarre wirken viel härter und insbesondere Marc Bolan zeigt hier ein paar wirklich bemerkenswerte Gitarrenläufe.

„The Slider“ ist damit eines der bedeutendsten Glam Rock Alben der 70er-Jahre.

Das Polaroid-Cover (das Foto übrigens nicht – wie auf dem Cover vermerkt – von Ringo Starr, sondern von Tony Visconti…) ist nach wie vor ein Blickfang. Undeutlich und etwas verschwommen, ein Lockenkopf mit übergroßem Zylinder, präsentiert es optisch genau die Welt von Marc Bolan.

Mit „The Slider“ hatten Marc Bolan und T.Rex  den Höhepunkt ihres Schaffens erreicht, was zum damaligen Zeitpunkt aber niemand ahnen konnte.

Zwischen „Ride a White Swan“ im Oktober 1970 und der LP „Tanx“ von 1973 herrschte „T. Rextasy“: Jede Single wochenlang an der Spitze der europäischen Charts, selbst in den USA konnte T.Rex einen Top-Ten-Hit landen.

Die „ernsthaften“ Kritiker (wer sich noch an die Zeitschrift „Sounds“ erinnert…) konnten mit dieser Musik nichts anfangen.

Daher zum Schluss ein Zitat aus der „Süddeutschen“ :
„…Es stimmt alles, was über sie Schlechtes wie Schlichtes gesagt worden ist, doch hat Marc Bolan im Gegensatz zu zahllosen anderen Teenie-Bands ein paar Songs geschrieben, die durch Zeit und Kritik unkaputtbar sind. Selbst von T.Rex selbst. „Ride a White Swan“, „Jeepster“, „Hot Love“, „Get It On“, „Children of the Revolution“, „Cosmic Dancer“. Die Summe der nichtigen Einzelteile – der Gesang mit seinem hysterischen Vibrato, dieses dumpfe Donnern der Gitarrenriffs, dieses Herzschlagpochen der Congas, der Bierzelt-Rhythmus, den der Bass dauernd spielt – all das vereint sich in diesem halben Dutzend Lieder zu einer Art Premium-Schund, etwas, das auch nach drei Jahrzehnten eine vorbewusste Gültigkeit besitzt….“

Und ich drehe die Platte wieder um und drehe die Regler auf…. „Metal Guru“

Rival Sons – Great Western Valkyrie (p) 2014

Ja, ist denn schon wieder Weihnachten?

Genau das war das erste Gefühl, als ich diese Band live als Vorgruppe erleben durfte. Vorgruppen sind ja so eine Sache, häufig genug ein Vorwand ein letztes Mal zu verschwinden… Zigarette für die Raucher, Bier ent- oder besorgen für den Rest der Welt.

Als diese Band an jenem Abend die Bühne enterte führte das bei mir am nächsten Tag zum Spontankauf ihres letzten Albums, natürlich die Vinyl-Version! Wenn eine Band so stilsicher den Hard- & Blues-Rock der 70er leben lässt, dann darf es keine CD sein.

Dann drehte sich die Platte auf dem Teller, und bei mir schlich sich ein Gefühl von „Kenn-ich-schon-,-das-sind-doch…“ ein. Und tatsächlich, auf der Platte, noch viel deutlicher als im Konzert, glaubt man als Fan der 70er viele bekannte Wendungen herauszuhören. Dieses Gefühl wird durch die Produktion verstärkt: rauh, leicht übersteuert und am besten gaaanz laut hören.

Aber ich hab die Truppe live gesehen und ich könnte, nein ich schwöre: das ist echt, das ist keine typische Retro-Band. Wer erinnert sich noch an der Erstling von Kingdom Come? Ein 1:1 LedZep-Plagiat und trotzdem witzig. Diese Scheibe („Great Western Valkyrie“) hat hingegen dermaßen viele neue Songs zu bieten, das derjenige, der mit dem Gedanken spielt, sich beispielsweise die 51. Neuauflage eines bereits 50-fach in seinem Besitz befindlichen Deep Purple-Live-Albums anzuschaffen, dieses Geld lieber in „Great Western Valkyrie“ investieren muß!!

Wenn Jay Buchanan in „Electric Man“ von seinem Cadillac und dem Girl singt, dann bohrt sich dieser Refrain in der Kopf. Das Gitarrenintro von Scott Holiday in „Play The Fool“ stammt definitiv von LedZep, aber spätestens im Refain haben sie Dich. Und dann kommt „Good Things“… boooaaa eeyyyh! Sommerabend auf der Veranda, das eiskalte Bier in der Hand und genieße das Leben! Es kommt wie es kommt:

Good things will happen
Bad things will happen, too
Sometimes its someone down the road
Sometimes its somebody next to you
Enjoy it right now
Because you never know
When its gonna end
Enjoy it right now
Because you never know
When its gonna end

Der Song hat das Zeug zu einem All-Time-Greatest! Und bevor ich jetzt auch noch die anderen Songs durchgehe, mein dringender Tipp an alle Deep-Purple-Led-Zeppelin-Doors-Free-Fans: holt euch diese Scheibe bevor es zu spät ist! Es werden nicht mehr viele neue Bands kommen, die diese Musik so leben wie die Rival Sons. Wer schon einmal Jay Buchanan auf der Bühne gesehen hat, der weiß was ich meine!

„Rival Sons – Great Western Valkyrie teleportiert die 70s ins Jahr 2014. Die Rival Sons verfeinern sämtliche ihrer Trademarks, riskieren eine Schippe Psychedelik im schweren Bluesrockgemisch und bekräftigen: die Geschichte des (traditionellen) Rock ist noch lange nicht zu Ende geschrieben.“ (www.laut.de)

 

Eine Band, „die vooooll abgeht!!“

Biffy Clyro

02.12.2013: Opposite-Tour 2013, Sporthalle Hamburg

Als ich das erste Mal von dieser „waaahnsinnig tollen Band“ hörte, bei der es „vooooll abgeht!!“, war mein erste Gedanke „Biffy wer?“.

Ich hatte bis vor kurzem noch nie etwas von denen gehört, es musste sich also um eine Newcomerband handeln.

Weit gefehlt, wie mir ein Blick in Wikipedia bestätigte. Dies schien eine wirklich interessante Band mit einem bereits umfangreichen CD-Katalog zu sein. Ein paar Hörproben in „Revolutions / Live at Wembley“ machten mich vollends neugierig. Als diese Wunderband dann auch noch zum zweiten Mal in diesem Jahr nach Hamburg kam, gab es kein Zögern und ich orderte die Karten.

Also rein in die Alsterdorfer Sporthalle, lassen wir uns überraschen!

Den Auftakt machten Arcane Roots… ääääh, Jungs geht noch mal nach Hause und übt noch ein bisschen. Auch wenn eure Plattenfirma von begeisterten Kritikern schwafelt, die Reaktion des Publikums war gestern eindeutig. Kein richtiger Beifall, kein Mitklatschen, eigentlich nur Sprachlosigkeit. Euer „Experimental-Grunge-Alternative“-Rock riss wirklich niemanden vom Hocker.

Arcane Roots: Tja, das ging völlig an mir vorbei… und nicht nur an mir!!

Dann Walking Papers. Meine ersten Befürchtungen („Geht das etwa so weiter??“) waren schnell verflogen. Hier präsentierte sich eine richtige Rockband, die Songs hatten Struktur, die Musiker eine wirklich gute Bühnenpräsenz und das Publikum endlich Grund zum Mitmachen. Das war wirklich gut. Die Stilelemente, die hier kopiert oder neu definiert wurden, müssen nicht aufgezählt werden. Jeff Angell (voc, g), Barrett Martin (dr), Duff McKagan (bg) und Benjamin Anderson (kb) sind allerdings auch keine Unbekannten, eher eine „Super Group“. Wen es interessiert, einfach mal googlen und am besten einmal ein Ohr auf deren Debüt-CD werfen.

Walking Papers: Von vielem ein bisschen, aber alles gut!

Schließlich der letzte Umbau und um 21:00 Uhr wurde das Publikum langsam ungeduldig. Ach ja, das Publikum…

Ich habe ja schon einige Konzerte erlebt und bei der weit überwiegenden Anzahl hatte jeder Act „sein“ Publikum. Soll heißen: im Foyer wusste man schon ungefähr, welche Art von Konzert hier gespielt wird. Ob David Bowie oder Udo Lindenberg, Nightwish oder Yes, von Deep Purple und Iron Maiden ganz zu schweigen, die Fans zeigten durch Verhalten, Kleidung oder Attitüde ihr Verbundenheit.

Heute sah wirklich alles normal aus! Wenn ich hätte raten sollen, wer gleich die Bühne betritt, Dieter Bohlen oder Andrea Berg wäre echte Kandidaten gewesen. Kein Hinweis auf das, was dann passieren sollte!

Ein kurzer Einspieler „We Are Family“ der Sister Sledge (Ironie?), dann rockte meine „Newcomerband“ los!

Biffy Clyro: Pure Energie

Mit einer Bühnenperformance, als ob kein Morgen gibt; einer Spielfreude, die einem aus jeder Geste, aus jeder Bewegung entgegen sprang und einer Spontaneität, die jede Ansage zu einer Überraschung werden ließ, hatten die drei (bzw. fünf) Schotten das Publikum im Handumdrehen im Griff.

Wenn diese Voraussetzungen schon gegeben waren und eine solche Band auch noch aus perfekten Musikern besteht, deren Songs eine virtuose Mischung zwischen cleveren Rock-Arrangements und großen, hymnischen Refrains bieten, dann gibt es wirklich nur eins:

Long Live Rock’n’Roll!

Simon Neil (g, voc) und James Johnston (bg, voc) im Vordergrund der Bühne sowie Ben Johnston (dr, voc) gaben das Tempo vor. Wenn des Repertoire auch nicht nur aus Vollgas-Bretter bestand, jeder Song wurde intensiv und dynamisch dargeboten, die Lieder wurden wirklich gelebt.

Dieser Bühnenpräsenz konnte man sich kaum entziehen.

Im Hintergrund wurde die Band durch Mike Vennart (g) und Gambler (kb) unterstützt und schuf damit einen musikalisch eindrucksvollen Sound. Leider kam der Mann am Mischpult nicht immer mit, das schmälert das Konzert aber überhaupt nicht.

Meine Favoriten? Ich bin ja noch (?) kein richtiger Biffy Clyro-Fachmann, daher kenne ich die meisten Songs noch nicht namentlich. Mein persönliches Highlight (ich musste erst nachfragen, wie dieser Song hieß!) war jedoch „Living Is A Problem Because Everything Dies“! Diesen Song von der 2007er CD „Puzzle“ muss man wirklich live erlebt haben. Absolut genial!

„The Captain“, „Opposite“ und „Spanish Radio“ sind ebenfalls hängengeblieben. Aber damit werde ich all den anderen Songs nicht gerecht. Für mich gab es heute wirklich keinen Aussetzer. Und das bei einer Band, die ich zu Beginn des Jahres noch gar nicht kannte.

Welche Bildungslücke wurde hier geschlossen 😉

Life is full of small, perfect moments.

 

Echte Prachtkerle im Margaretenhoff

Bidla Buh

„Prachtkerle…“

11.03.2011, Kisdorf, Margaretenhoff

 

Freitagabend auf dem Dorf, normalerweise nicht gerade da „wo die Action ist“. Was also tun? Zwei Dörfer weiter soll eine Comedy-Show im Magaretenhoff stattfinden, aha! Bidla Buh? Was ist das denn?

Lange Rede kurzer Sinn: die Neugier siegte und wurde mehr als belohnt!

Wir bekamen an diesem Abend eine Musik-Comedyshow der Extraklasse geboten. Und auch wenn viele Begriffe ausgelutscht sind (Kult, Superstar, Megastar… ihr wisst was ich meine?), dies war wirkliche Extraklasse!

Das aktuelle Live-Programm „Prachtkerle“ sollte man wirklich gesehen haben! Mit einem perfektem Timing jagte ein Gag den anderen, wurde ein musikalisches Feuerwerk abgebrannt und uns Zuschauern blieb teilweise vor Lachen die Luft weg. Da wurden die Sehnsüchte der Fußballfans karikiert, Wasserleichen besungen und für junge Eltern gab es Tipps für Schlaflieder (Kleiner Hai – dam,dam).

Leider hatte ich keine Kamera dabei, besonders die verschiedenen Variationen des berühmten „Mein kleiner grüner Kaktus“ waren auch optische Leckerbissen (die Kifferversion – klasse!!!).

Fazit: eine perfekte und durchaus eigenständige Mischung aus Otto, Max Raabe, Georg Kreisler ließ für alle Zuschauer die Zeit verfliegen.

Und eins ist sicher: wir sehen uns wieder!!!

Alles beim Alten?

Deep Purple
40 Years Of Rock-Tour

27.November 2010, Hamburg, Sporthalle

 

Bob Dylan schrieb einmal „The Times They Are A-Changin'“.

Das mag stimmen, aber nach dem heutigen Abend bezweifle ich die Allgemeingültigkeit dieses Songs.

Marillion-Frontmann Steve Hogarth:
Theatralisch und ein sehr eigenständiger Gesangsstil!

Das begann schon mit der Vorgruppe (oder den „very special guests“) Marillion. Ich fand Marillion Mitte der 80er Jahre gut, mehr aber auch nicht. Irgendwie waren sie für mich immer „Genesis für Arme“. Als sie sich dann vom damaligen Sänger Fish trennten, verlor ich sie nahezu komplett aus den Ohren…

An diesem Abend ging das gar nicht. Mit einer Phonstärke, die alle filigranen Songs in einen Bassbrei zermalmte, erschlug die Band das wirklich freundlich geneigte Publikum.


Marillion (anno 2010): Lauter als manche Metal-Kombo!

Während ich schon andere Vorgruppen in einem Pfeifkonzert flüchten sah, konnte sich Marillion auf eine ansehnliche Schar eigener Fans verlassen.

Der Rest des Publikums ließ sich von deren Begeisterung und der Musik, die irgendwo zwischen Genesis, U2 und R.E.M pendelt,
anstecken und so gab es zum Schluß richtig positiven Applaus. Ich bin neugierig, wie sich Marillion gut ausgesteuert anhören mögen…

Aber der Gewinner des Abends waren dann eindeutig…

Deep Purple

Über die Musik zu reden…. Schwamm drüber. Für den klassischen 70er-Jahre-Hardrock sind Deep Purple nach wie vor der Maßstab. Spielfreude und „positive vibrations“ können definitiv in einem Atemzug mit dieser Band genannt werden, die in der jetzigen Besetzung (Airey, Gillan, Glover, Morse & Paice) nichts an Enthusiasmus eingebüßt zu haben scheint. Wenn ich da an einen Auftritt der Red Hot Chilli Peppers denke…

5500 Besucher in der altehrwürdigen Alsterdorfer Sporthalle erlebten dann auch 110 Minuten geballte Power, das 10-Minuten-Video (s.u.) gibt nur eine Ahnung von diesem tollen Konzert wieder!

Auf die Marke Deep Purple ist halt Verlaß!

Setlist:
  • Highway Star
  • Hard Lovin‘ Man
  • Maybe I’m a Leo
  • Strange Kind of Woman
  • Rapture of the Deep
  • Fireball
  • Silver Tongue
  • Contact Lost
  • Guitar Solo
  • When a Blind Man Cries
  • The Well Dressed Guitar
  • Almost Human
  • Lazy
  • No One Came
  • Keyboard Solo
  • Perfect Strangers
  • Space Truckin‘
  • Smoke on the Water

Zugabe

  • Hush
  • Black Night
Blackmore is back (?)
J.R.Blackmore: Die Ähnlichkeit ist nicht zu übersehen

Und dann, fast am Ende gab es noch eine Riesenüberraschung. Einige Zuschauer glaubten zunächst an eine Erscheinung… sollte es tatsächlich der „Man In Black“ sein? Blackmore und Morse auf einer Bühne?
Es war tatsächlich ein Blackmore, nämlich Jürgen Richard Blackmore, der Sohn des ehemaligen Deep Purple-Gitarristen. Und gemeinsam ging es nun in den bekannten Riff: „Dö, dö, dööö, dö dö dödö…“

Und der Rest war Paaaahdie.

Hamburger Abendblatt (29.11.2010): Leider kein Wort über J.R.Blackmore, wahrscheinlich blieb der Reporter nicht bis zum Ende. Schade eigentlich….
Pressestimmen

Eine Reise in die Rock-Vergangenheit

Die Kultband Deep Purple spielte auf dem zweistündigen Konzert in der Sporthalle nicht nur die Songs, auf die alle gewartet hatten.

(Quelle: Alexander Josefowicz, Hamburger Abendblat-online, 28. November 2010, 12:27 Uhr)

"Dö, dö, dööö, dö dö dödö...“ Auch auf dem Weg nach Hause begleitet viele der 5500 Fans dieses eine Lied. Dieses Lied, bei dem man sich fragt, ob Deep Purple es nicht langsam, aber sicher verfluchen: „Smoke On The Water“, die Geschichte des brennenden Casinos von Montreux, darf bei keinem Konzert der alten Herren fehlen. Genauso wenig wie „Highway Star“ oder „Black Night“. Und auf die gut gelaunte Rentnertruppe ist Verlass, natürlich spielen sie alle drei Songs. Und umgeben diese mit einem knapp zweistündigen Rockkonzert der alten Schule, das die Sporthalle für einen Abend in eine Zeit zurückversetzt, als Gebäude, Musiker und Fans noch jung waren: kaum Ansagen, dafür minutenlange Soli. Und eine nach modernen Maßstäben fast schon schlichte Lichtshow, deren wichtigstes Element die Spots sind, mit denen der jeweils vorn stehende Musiker illuminiert wird.

Das funktioniert bei Sänger Ian Gillan besonders gut, denn der gibt optisch nicht den Rocker, steht leger in Jeans, weißen Sneakers und ebensolchem Hemd auf der Bühne, strahlt ins Publikum und freut sich. Und mit ihm freut sich das Publikum, dem alle mehr oder weniger offensichtlichen Wünsche erfüllt werden. „Hard Lovin’ Man“, „Maybe I’m A Leo“, der wirklich hervorragende – und erst sieben Jahre alte – Midtempo-Rocker „Silver Tongue“ und „Perfect Strangers“, bei dem man auch noch nach 26 Jahren die Erleichterung über die Wiedervereinigung der Hard-Rock-Vorreiter spürt, auf und vor der Bühne.

Ob als Ausflug in die eigene Vergangenheit oder als Rockmusik-Geschichtsstunde: Viel falsch machen können Deep Purple nicht. So lange sie ihre drei größten Hits spielen, dürfen sie den Rest der Zeit mit allem füllen, was ihnen einfällt. Und bislang wirkt es nicht so, als ob die stille Übereinkunft zwischen Fans und Band von einer Seite aufgekündigt werden würde.

Heavy Metal bedeutet nicht Altmetall

Scorpions
Farewell-Tour

19.11.2010, O2-Arena, Hamburg

 

 

Da geht die Post ab!

Ja, ich weiß! Die Scorps sind definitv keine Heavy Metal-Band. Aber nach diesem Konzert drängte sich dieses, sicherlich flache, Wortspiel geradezu auf.

Aber der Reihe nach. Beinahe hätte ich dieses Abschiedskonzert (?) verpasst und nur durch Zufall kam ich an die Karte. Also drängte ich mich an einem typischen Hamburger Novemberabend (Schietwetter) mit 14.000 anderen Fans in die Hamburger O2-Arena.

Fans? Na gut, ein bunt gemischtes Völkchen inklusive 3-Generationen-Familien (Opa, Kinder, Enkel), Hamburger Schickeria und letztlich auch tatsächlich ein paar Lederjacken- und Kuttenträger. Die Erstgenannten zog es auf die Sitzplätze und ich fand mich mit den Anderen im Innenraum wieder.

Dort machte ich dann die Bekanntschaft mit EDGUY, der Vorband. Die waren nett und die Zeit wurde dadurch nicht zu lang. Sorry Jungs, mehr blieb bei mir nicht hängen. Obwohl, neben mir standen ein paar echte EDGUY-Fans und die waren mehr als begeistert. Geschmäcker sind halt verschieden, oder?

Rudolf Schenker: Der Prototyp des Axeman

Und dann begannen zwei Stunden Hard-Rock mit allem was dazugehört. „Sting In The Tail“ vom aktuellen Album, Pyrotechnik, Videowände, ein Drumkit auf Hydraulikpodest und eine Band, die offenbar noch nie etwas von der tickenden biologischen Uhr gehört hat.

Es war wie ein Zeitsprung in die Hochzeit der Hardrock- und Powermetalbands. Das dort oben eine Reihe von Mitsechzigern dem Publikum einheizte, das sah nur, wer ganz vorne am Gitter stand. Die Jahre haben halt doch ein paar Spuren in den Gesichtern hinterlassen.

Dumm nur, dass viele der Fans ihre biologische Uhr wohl doch gehört haben müssen. Auch wenn die Balladen (und da gibt’s ja ein paar….) kräftig mitgesungen wurden, beim Headbangin‘ verließen die meisten die Kräfte. Und so kochte die Stimmung nicht im gleichen Maße über, wie die „Jungs“ auf der Bühne Gas gaben.

Bleibt noch ein beeindruckendes Drum-Solo von James Kottak zu erwähnen. Während dieses Rock’n’Roll-Tier (ob das Tattoo auf dem Rücken echt ist?) seine Trommeln bearbeitete, lief auf den beiden Videowänden die Discografie der Band als Kurzfilm ab: immer wieder stolperte Kottak in Sitiuationen, die den legendären LP-Covern entsprachen. Das kam gut!

Schließlich ging es mit einem gewaltigen Prost und „Black Out“ in den Endspurt!

Setlist

  • Sting In The Tail
  • Make It Real
  • Bad Boys
  • The Zoo
  • Coast To Coast
  • Loving Your Sunday Morning
  • The Best Is Yet To Come
  • Send Me An Angel
  • Holiday
  • Wind Of Change
  • Raised On Rock
  • Tease Me Please Me
  • Dynamite
  • Kottak Attack (Drum Solo)
  • Black Out
  • Six String Sting
  • Big City
  • Still Loving You
  • Rock You Like A Hurricane
  • Smoke

Fazit:
Das Konzert war jeden Cent wert und am nächsten Tag wurden erst einmal die alten Platten wieder herausgekramt.

Pressestimmen

"Still Loving You" - Scorpions rocken zum Abschied

Auf ihrer Abschiedstour begeisterten die Hannoveraner Hardrocker in der proppenvollen O2 World ein letztes Mal ihre Fans in Hamburg.

(Quelle: Tino Lange, Hamburger Abendblatt, 19. November 2010, 23:38 Uhr)

Hamburg. Erstaunlich: Als die Scorpions in den 90er-Jahren mehrfach in der Sporthalle spielten, war die Alsterdorfer Turnbutze alles andere als ausverkauft. Damals waren die Hannoveraner Rocker in Deutschland ein wenig aus der Mode gekommen und begannen, sich auf das Ausland zu konzentrieren.

Aber 45 Jahre nach Gründung der Band wollten 12.000 Hamburger Fans dann doch dabei sein, um Klaus Meine, Rudolf Schenker, Matthias Jabs, Paweł Mąciwoda und James Kottak auf ihrer letzten Tournee in der restlos gefüllten O2 World Adieu zu sagen.

Und dieses Adieu war natürlich standesgemäß. Laut. Nach dem Auftakt „Sting In The Tail“ vom gleichnamigen aktuellen Album legten die jahrelang als „Deutschlands erfolgreichster Rockexport“ abgelegten Rock-Helden der 80er und Radiohelden der Wendezeit los wie von der Tarantel gestochen: „Make It Real“, „Bad Boys Running Wild“, „The Zoo“ und das auch nach 31 Jahren mitreissende Instrumental „Coast To Coast“ führten zurück in die Zeiten der späten wilden 70er und glamourösen 80er, als sich die Scorps anschickten, weltweit die Stadien zu erobern.

Da musste mancher mitgealterte Fan am Bierstand Luft holen, um nach dem langen Balladenteil mit „The Best Is Yet To Come“, „Send Me An Angel“ und „Holiday“ zu „Wind Of Change“ ein Pfeifchen zu riskieren. „Unsere Eltern kamen mit Panzern, wir kamen mit Gitarren“, blickte Klaus Meine zurück. Was soll’s, das von den Scorpions perfektionierte Prinzip der Powerballade oder langweilige Schlagzeug- und Gitarrensolos wird man nicht vermissen, Gitarrenattacken wie „Dynamite“, „Blackout“ oder „Big City Nights“ schon eher.

Eine letzte akrobatische Band-Pyramide, eine letzte Runde mit „Still Loving You“ und „Rock You Like A Hurricane“ und dann verzog sich nach zwei Stunden und „When The Smoke Is Going Down“ der Rauch zahlreich abgefeuerter Pyro-Effekte..

Mach es gut, Klaus! Um es mit den Klamauk-Rockern von J.B.O. zu sagen: Sie wissen schon, welchen Klaus ich Meine.

Zum Feste nur das Beste!

Lotto & Pape
100jähriges Jubiläum des TuS StuSie

24.09.2010, Sievershütten, Zeltfest

Das nenne ich eine Jubiläumsfeier!

Im Nachbardorf feiert der Sportverein sein 100jähriges Jubiläum und als besonderer Bonbon wurden für die Feier Lotto King Karl und Carsten Pape gebucht.

Da kann man natürlich nicht zuhause bleiben…sollte man meinen. Aber ich hatte die beiden bereits auf der Kieler Woche erlebt. Die beiden waren echt gut. Und trotzdem… zweimal in einem Jahr? Muss das sein?

Meine bessere Hälfte meinte „Ja“ und so standen wir um 20:30 Uhr im Zelt. Die Getränkepreise waren moderat, die Musik aus der Konserve zunächst auch noch gut und dann begann um 22:10 Uhr die Fußballhymne „Football’s Coming Home“. Der Saal stieg in den Refrain ein und von nun an wurde sage und schreibe 100 Minuten mitgesungen.

Und das lag definitiv nicht (nur?) am Alkoholkonsum der Besucher. Mit dem letzte Refrain der Konserve standen Lotto & Pape auf der Bühne, bewaffnet mit Gitarre, Schellenkranz und zwei Mikros.

Stimmung, Humor, Wortwitz und eine wirklich geile Mucke ergaben schließlich solch eine Bombenmischung, dass ich am Ende meine Stimme komplett weg war (hatte ich wirklich alles mitgesungen??).

Und meine bessere Hälfte hatte natürlich recht. Die beiden kann man sich häufiger antun!

Und jetzt noch ein paar Bilder:

Lotto King Karl
Pressestimmen
Lotto & Pape kommen zur Jubiläumsparty nach Sievershütten

(Quelle: Norderstedter Zeitung vom 03.08.2010)

Zwei Dörfer, ein Klub, ein runder Geburtstag: Der Turn- und Sportverein Stuvenborn-Sievershütten feiert vom 22. bis 26. September sein 100-jähriges Bestehen.

Sievershütten/Stuvenborn. Höhepunkt des umfangreichen Rahmenprogramms anlässlich des Jubiläums ist dabei das Konzert des Hamburger Rock-Duos Lotto & Pape am Freitag, 24. September, im Festzelt auf dem Sportgelände in Sievershütten.

Einlass für das Konzert mit den Barmbeker Jungs, die mit Sicherheit zu den besten Deutsch-Rockern der Gegenwart zählen, ist um 20 Uhr, ab 22 Uhr werden die beiden Kult-Musiker Lotto King Karl und Carsten Pape den Besuchern mit ihrer rasanten Bühnenshow einheizen.

Eintrittskarten im Vorverkauf zum Preis von 12 Euro gibt es von heute an immer dienstags und donnerstags in der Zeit von 17 bis 19 Uhr bei der Geschäftsstelle des TuS StuSie (Am Sportfeld) beziehungsweise sonnabends in der Zeit von 11 bis 13 Uhr beim Edeka-Markt Groth an der Kalten Weide.

Die 679 Mitglieder des TuS StuSie sind in acht Sparten (Turnen/Gymnastik, Fußball, Tennis, Tischtennis, Handball, Tanzen, Volleyball und Badminton) sportlich aktiv. Während der Festwoche werden sich alle Abteilungen dem Publikum mit Vorführungen präsentieren. ((fb))

 

Irren ist menschlich!

Uriah Heep
The 40th Anniversary Tour

13.Dezember 2009, Hamburg, Fabrik

Gut dass Frau Mills sich damal irrte: aus heutiger Sicht ist das Unverständnis mit dem Melissa Mills das Album „Salisbury“ im Rolling Stone verriss, kaum nachzuvollziehen. “Wenn diese Band es schafft, begehe ich Selbstmord.“ beginnt sie ihre Review. Ob Frau Mills noch unter den Lebenden weilt, ist mir nicht bekannt – ganz im Gegensatz zum Objekt ihres Missfallens.

Diese Band tourt seit jetzt vierzig Jahren durch die Welt und wenn die Hallen mittlerweile auch kleiner wurden, so sorgt noch immer eine treue Anhängerschaft für ausverkaufte Konzerte und Riesenstimmung.

Uriah Heep sind weit entfernt von gruseligen „Oldie-Nächten“ und spielen regelmäßig neue Alben ein. So begann das Konzert mit einem druckvollen Weckruf („Wake The Sleeper“) der völlig unnötig war. Hatte doch die Hamburger Vorgruppe Chalice bereits für ausreichend Stimmung gesorgt, allerdings waren sie angesichts des Hauptacts schnell vergessen.

Uriah Heep gingen dann in die Vollen: Altes und Neues, laut und leise, akustische Songs und Metal-Gewitter wurden in einem gut ausgesteuerten Sound auf das Publikum losgelassen.

Und selbst ein so schwacher Song wie „Free Me“ ist live ein richtiger Pusher!

Hier einmal die komplette Setlist
(wer nicht alle Songs kennt, der kennt auch nicht alle CDs….)

Als dann nach ziemlich genau 90 Minuten die Heep-Hymne als Zugabe erklang, da gab es nur eins:

Ahh Ahh AHHH, Ahh Ahh Ahh Ahh … AHHH ahh ahh AHH ahh Ahh Ahh AHHH, Ahh Ahh Ahh Ahh … AHHH ahh ahh AHH ahh Ahh Ahh AHHH, Ahh Ahh Ahh Ahh … AHHH ahh ahh AHH ahh Ahh Ahh AHHH, Ahh Ahh Ahh Ahh … AHHH ahh ahh AHH ahh Ahh Ahh AHHH, Ahh Ahh Ahh Ahh … AHHH ahh ahh AHH ahh Ahh Ahh AHHH, Ahh Ahh Ahh Ahh … AHHH ahh ahh AHH ahh Ahh Ahh AHHH, Ahh Ahh Ahh Ahh … AHHH ahh ahh AHH ahh (Ende von „Lady In Black“, aus den Lyrics auf der Uriah Heep-Homepage)

Und jetzt noch ein paar Bilder, allerdings nur mit der Handykamera aufgenommen….