Frontm3n
Now And Th3n-Tour 2025
12.08.2025, Schmidts Tivoli, Hamburg
Besserwisser im Bekanntenkreis glauben ja, ich würde nur Hardrock, Metal oder Radaumusik hören. Der absolute Gegenbeweis sind Frontm3n! Ich habe die Band jetzt zum dritten Mal live erlebt, und jedes Mal bin ich aufs Neue begeistert. Und ich gehe fest davon aus, dass jeder Fan, der mit der Musik von Sweet, Hollies, 10CC, Sailor, Smokie oder auch Cliff Richard aufgewachsen ist, nach einem Frontm3n-Gig ebenso begeistert sein wird!

Die drei Engländer Mick Wilson, Peter Howarth und Pete Lincoln, sind nicht nur außergewöhnliche Musiker, sondern wirken auch äußerst sympathisch und authentisch in ihrer Art. Bei jedem Auftritt spürt man die Leidenschaft, mit der sie ihre Musik präsentieren und die Harmonie, die zwischen ihnen herrscht.
In ihren Konzerten fühle ich mich teilweise in eine andere Ära versetzt. Besonders beeindruckend ist die Art, wie sie die Klassiker der Bands, für die sie gespielt haben, wieder aufleben lassen. Besonders dann, wenn sie Titel spielen, die zu einer Zeit aktuell waren, in der auf NDR2 kaum englische Popmusik gespielt wurde und ich mich noch in der Sandkiste und nicht auf Konzerten tummelte. Beste Beispiele sind die alten Hollies-Stücke wie „Bus Stop“ oder „Can’t Let Go“ (letzteres diesmal leider nicht dabei…)

Andere Songs werden dann in einem völlig anderen Sound präsentiert. „Love Is Like Oxygen“ (Sweet) als langsame Ballade mit ganz dezentem Blues-Einschlag läuft bei mir so langsam dem Original den Rang ab! Und dann gibt es wiederum Songs, die muss man nicht überarbeiten: „He Ain‘t Heavy, He‘s My Brother“ als Solo-Nummer von Peter Howarth ist einfach sensationell, jedes Mal!
Was auch auffällt, ist die schlichte, aber wirkungsvolle Bühnentechnik. Es gibt keine aufwändigen Lightshows oder Videowände, sondern nur pure Musik, die durch die Musiker getragen wird. Die Harmoniegesänge sind schlichtweg atemberaubend und die Gitarrenkünste der drei auf einem außergewöhnlichen Niveau.
Das strikte Foto- und Filmverbot trug diesmal dazu bei, dass man den Moment ungestört genießen konnte. Es war eine Wohltat, die Musik ohne Ablenkung zu erleben und sich ganz auf den Sound und die Atmosphäre einzulassen.
Deshalb sind die Bilder in diesem Beitrag eher suboptimal, das Titelbild stamm sogar aus meinem „Archiv“
Meine persönlichen Highlights? Wie schon erwähnt die Solo-Performance von Peter Howarth, der „He Ain‘t Heavy, He‘s My Brother“ so gefühlvoll intoniert hat, dass dem einen oder der anderen schon die Tränen kamen. Auch die humorvollen Interaktionen zwischen den Musikern, die sich gegenseitig auf die Schippe nehmen, sorgen für eine lockere und angenehme Stimmung. Wilsons Aufruf, sich an den Fanartikeln zu bedienen, Howarth, der scherzhaft seine Blues-Kenntnisse preist oder Lincolns eingestreutes Led Zeppelin-Riff (plötzlich ging der ganze Saal ab wie Schmidts Katze!) wirken authentisch und bodenständig. Und selbstverständlich haben wir diese Gags schon mal in leicht abgewandelter Form vorher gehört. Na und?
Für mich war bisher jedes Konzert von Frontm3n ein besonderes Erlebnis. Sie verbinden nostalgische Klassiker mit eigenen, sehr eingängigen Songs und schaffen so eine einzigartige Atmosphäre. Für die Ü60-Generation, aber auch für alle, die Musik lieben, ist diese Band ein echtes Highlight. Entspannt zurücklehnen, ein Bier oder ein Glas Wein genießen, hin und wieder lauthals mitsingen… was will man mehr!
Und gab es denn gar nichts zu kritisieren? Na und ob. Bei der anschließenden Autogrammstunde am Merch-Stand kaufte ich mir die „neue“ und „aktuelle“ Doppel-CD „The Collection – 10th Anniversary Edition“ und ließ sie signieren. Zuhause durfte ich dann feststellen, dass die CD bis auf das Cover absolut identisch mit der Original „The Collection“ ist. So ein klein wenig kam ich mir da doch vera…. vor!
Ob und wann ich die Band nochmal sehen werde? Wer weiß. Aber bis dahin kann Ich jedem nur empfehlen, sich dieses Live-Erlebnis nicht entgehen zu lassen. Aber passt beim CD-Kauf auf…