Ackerbrand 2025
Rockfestival
23.08.2025, L232, Seth
Das 4. Ackerbrand-Festival in Seth war mal wieder das Ereignis für Hardrock- und Metalfans in der Region. Und gleich vorweg: ich gendere nicht! Fan*in? Geht’s noch?? Ich beziehe mit dem generischen Maskulinum alle Menschen mit ein!
Rund 2000 Besucher erlebten eine tolle Organisation, vielfältige Musik und eine völlig entspannte Atmosphäre.

Das Festival wurde durch eine Reihe von Bands und Künstlern bereichert, die unterschiedliche Musikrichtungen präsentierten, darunter Rock, Stoner, Hardrock, Progressive Metal und keltischen Folkmetal… wenn man denn überhaupt solche Schubladen benötigt!

Trotz 2-3 kurzen Regenschauern behielten, Musik und gute Stimmung die Oberhand.
Den Auftakt machte pünktlich um 12:00 Uhr die ukrainische Frauenband THE SIXTERS. Sie hatten es angesichts des frühen Termins und der noch etwas nüchternen Atmosphäre sicherlich etwas schwerer, mir hat der Auftritt jedoch sehr gut gefallen. Ich hoffe, ich tue den Musikerinnen nicht Unrecht, wenn ich sie bei Pop-Punk einordne. Nicht abfällig gemeint… das hat Spaß gemacht!
Deutlich härter kamen dann die PINBRICKS aus Kiel zur Sache, eine dreiköpfige Band mit einer starken Sängerin. Wenn ich das einsortieren sollte… Punk, Garage-Rock? Der Auftritt war okay, die Musik nicht ganz mein Fall.

Jetzt aber…. Die Dänen von JUNKYARD DRIVE präsentierten eine energiegeladene Setlist mit Songs wie „Sucker for your Love“, „Electric Love“ und „Mr. Rock N‘ Roll“, die das Publikum zum Bangen und Tanzen animierten. Trotz technischer Pannen und einem geliehenen Bass, zeigten die Musiker Professionalität und Humor, was die Stimmung zum ersten Mal richtig aufflammen ließ. Der Auftritt hätte gerne noch länger dauern dürfen, es wurde wirklich alles geboten: Gitarristen in der Menge oder auch oben im Bühnengerüst, ein sehr gut aufgelegter Säger und guter „alter“ Hardrock mit beiden Füssen auf dem Gaspedal! (Während ich das hier schreibe und die Fotos sichte, läuft deren Album „Look At Me Now“ in Dauerschleife!)
GLEN AMPLE aus Österreich bot eine Mischung aus Rock, Stoner, Hardrock und Progressive Metal mit massivem Sound und markanter Stimme. Obwohl ich mich ja auch als Liebhaber von klassischem Rock oder Hardrock sehe, es war auch hier nicht ganz mein Ding… Vielleicht war ich auch noch geflasht von JUNKYARD DRIVE? Auf jeden Fall boten GLEN AMPLE eine beeindruckende Bühnenshow!
VELVET RUSH aus Hamburg konnten mit ihrer Mischung aus Rock ’n‘ Roll und souliger Frauenpower überzeugen. Toller Auftritt und sehr tolle Stimme! Obwohl ich das Gefühl hatte, das nicht alle Zuschauer auf die Stimme geachtet haben. Showbusiness halt 😊 Die Band ließ es auf jeden Fall richtig schön krachen und ich hatte eine Menge Spaß!

Und endlich TRIDDANA… Ich oute mich erneut als Fan. Ihr keltischer Folkmetal mit Dudelsack, Blockflöte und Kilts, mit hymnischen Melodien und kraftvollen Rhythmen schuf auch in diesem Jahr eine besondere Atmosphäre auf die Bühne. Mir wird das nie langweilig und ich hoffe sehr, sie nächstes Jahr wieder sehen zu dürfen!
Aus Australien kamen dann THE LAZYS auf die Bühne. Wenn man Australien hört, dann denken sehr viele Rockfans sofort an AC/DC, ein paar sicherlich auch an AIRBOURNE. Seit diesem Auftritt haben sich THE LAZYS für mich in diese Riege eingereiht! Die Band sorgte mit ihrer Energie und Spielfreude für Riesenbegeisterung und machten es der letzten Band, dem eigentlichen Headliner, so richtig schwer!
THUNDERMOTHER aus Schweden sollte bereits vor zwei Jahren auf dem Ackerbrand auftreten. Intern gab es in der Frauenband dann wohl irgendwelche Unstimmigkeiten, der Auftritt fand seinerzeit nicht statt. Heute stand neben der Gründerin Filippa Nässil eine komplett neue Band auf der Bühne und dort war zumindest nichts mehr von einer möglichen Krise zu erkennen. Mit ihrem energiegeladenen, lauten und direkten Live-Auftritt setzten sie einen perfekten Schlusspunkt und begeisterte die immer noch zahlreichen Zuschauer mit ihrem Slogan „We fight for Rock ’n‘ Roll“!
Soviel zur Hauptsache, der Musik!

Und neben der Musik? Besondere Momente waren die Signing Sessions mit den Bands am Merch-Stand und auch der direkte Kontakt mit den Musikern abseits der Bühne.

Während andere Bands auf der Bühne standen, mischten sich einzelne Musiker locker unter das Volk.

Die bereits erwähnte perfekte Organisation hielt bis zum Ende an. Egal ob es den Sanitärbereich, die verschiedenen Getränkestände, die Fressmeile, das Tattoo-Studio(!) oder gar den Lounge-Pavillion mit seinen roten Liegestühlen betraf… hier und heute musste man sich wohl fühlen.

Die Preise für Getränke und Snacks waren gegenüber dem letzten Jahr gefühlt leicht angezogen… aber so sind wohl die Zeiten.

Und trotzdem wüsste ich noch etwas zu verbessern. Wie wäre es im Jahr 2026 mit bargeldloser Zahlung? Obwohl… ich hätte dort vermutlich noch mehr Geld gelassen? Also definitiv keine Priorität!

Insgesamt war das Ackerbrand-Festival in Seth ein voller Erfolg, das durch seine vielfältige Musik, die positive Stimmung und die freundlich-fröhliche Gemeinschaft der Zuschauer beeindruckte.

Ich hoffe sehr, dass es im nächsten Jahr weitergeht und dass zukünftige Veranstaltungen dieses Niveau halten (oder noch weiter ausbauen können?). Eine bessere Werbung für unser kleines Dorf kann es gar nicht geben!