Slowhand
The Cream Of Eric Clapton
15.11.2025, Kolosseum, Lübeck
Eigentlich müsste man zu Eric Clapton gar nichts schreiben, zumal dieser geniale Gitarrist heute abend gar nicht für uns spielte. Trotzdem:
Eric Patrick Clapton, miuttlerweile 80 Jahre alt, ist ein britischer Gitarrist, Sänger und Songwriter. Aufgrund seiner Spielweise trägt er den Beinamen „Slowhand“. Clapton prägte die Entwicklung des Bluesrock seit den 1960er Jahren wesentlich mit und gilt als einer der bedeutendsten Blues- und Rock-Gitarristen. Mit mehr als 280 Millionen weltweit verkauften Tonträgern gehört er zu den erfolgreichsten Künstlern aller Zeiten.
Solche Musiker werden zwangsläufig kopiert, gecovert oder gewürdigt. Und damit sind wir auch schon bei dem kleinen, aber entscheidenen Unterschied. Es gibt Coverbands, die sich bemühen, eine 1:1-Kopie des Originals abzuliefern. Mit Slowhand hatten wir bereits vor vielen Jahren im Landhaus Walter (Hamburg) eine tolle Band erlebt, die die Musik von Clapton zum Leben erweckt und um eigene Elemente erweitert.

Als sie jetzt wieder „in die Gegend“ kamen, wollten wir uns das nicht entgehen lassen. Leider kam es zu einer Terminkollision… aber das ist eine andere Geschichte.
Das Kolosseum kannten wir ja schon, einen tollen Parkplatz lernten wir heute kennen! Perfekter ging es nicht!
Im nicht ganz ausverkauften Saal fanden sich überwiegend ältere Zuschauer ein (ich glaube wir drückten den Schnitt sogar noch!), und einige der Opas/Omas brachten sogar ihre Enkel mit. So sieht musikalische Früherziehung aus!
Pünktlich um 20:00 Uhr kam die Band auf die Bühne und Legte sofort mit „White Room“, „Badge“ und „I Feel Free“ von Cream los. Diese legendäre Supergroup (Clapton, Baker, Bruce) bestand nur von 1966 – 1968, war aber stilprägend für die Rockszene der 70er Jahre. Und die Songs zünden immer noch!
Anschließend folgte eine Rundreise durch das Solowerk von Eric Clapton… nicht immer nur die „radiotauglichen“ Hits. Damit wäre man der Musik auch nicht gerecht geworden.
Einige Stücke wurden dann auch für Soloauftritte der beiden Backgroundsängerinen genutzt („Nobody knows you when you’re down and out“ bzw. „Sinner’s Prayer“) und passten in diesen Interpretationen auch wie die Faust aufs Auge.
Die Band überzeugte mich in voller Gänze… ja, ich weiß: über die Hammond-Orgel kann man diskutieren. Aber ich liebe sie! Und Markus Lauer spielte super.
Aber Clapton ist ja Gitarrist und bei Slowhand übernahmen gleich zwei Musiker die Gitarrenarbeit und konnten damit Nuancen herausholen, die mit einer Gitarre nur schwer zu spielen sind! Als das Frage-Antwort-Spiel in „Old Love“ immer ruhiger und leiser wurde, wurde es im Saal wirklich mucksmäuschenstill… kein Räuspern, kein Husten… ein perfekter Moment!
Und der Gesang von Lukas Schüßler? Die Stimme hatte in den kräftigen Passagen tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit der von Clapton. Aber da hier ja keine Coverband auf der Bühne stand, spielte das überhaupt keine Rolle.
Die Band:
Lukas Schüßler – Voc., Guitar
Gerhard Hoff – Guitar
Bodo Bode – Bass, Voc.
Ralf “Billy” Trebing – Drums
Markus Lauer – Hammond, Keys
Kirsti Alho – Background Voc.
Caro Fournelle – Background Voc.
Mit „Crossroads“ und „Sunshine Of Your Love“ wurden im zweiten Teil dann noch zwei weitere Cream-Titel gespielt und als Zugabe gab es dann endlich auch „Wonderful Tonight“. Ich vermute mal, da haben einige Zuschauer am meisten drauf gewartet.
Was bleibt als Fazit? Eine wirklich tolle Band, die den altbekannten Songs frisches Leben eingehaucht hat. Sehr guter Sound, der aber dem einen oder der anderen etwas zu laut zu sein schien. Und ein Publikum, das sehr spät auf die Beine kam… aber die bequemen Sitze im Kolosseum schienen einen auch festzuhalten! 😆
Setlist:
White Room
Badge
I Feel Free
I Shot The Sheriff
Have You Ever Loved A Woman
Pretending
Bad Love
Tears in Heaven
Nobody Knows You When You’re Down and Out
Layla
[Pause]
Can’t Find My Way Home
Forever Man
Hoochie Coochie Man
River Of Tears
Sinner’s Prayer
Crossroads
Old Love
Cocaine
Sunshine Of Your Love
Layla (Reprise)
[Zugabe]
Wonderful Tonight
Further On Up The Road
…und mit etwas über zwei Stunden war das Konzert auch nicht zu kurz! Hier noch ein paar kleine Videos. Einfach draufgehalten und zusammengefügt:


















































Mit viel Neugierde und auch etwas Nostalgie machten wir uns auf den Weg zu diesem Auftritt. Die klassischen Otto-Solo-Shows kenne ich, aber ein „Konzert“ mit Band war für mich neu!
Wenn es etwas zu bemängeln gab, dann war es die Länge des Auftritts. Weil um 22:00 Uhr am Kalkberg Ruhe herrschen muß (wegen der Tauben… Insiderwitz!), spielte Otto nur 75 Minuten. Andererseits schien das (zumindest heute Abend!) auch mehr als genug für seine Stimmer zu sein. Bei jedem anderen/jüngeren Künstler, hätte ich das kritisiert. Aber bei Otto?





Im Anschluß wurde uns jedoch eine beeindruckende Show geboten, die den Vergleich von Produktionen internationaler Superstars nicht scheuen musste – von der Kameraführung über die Pyro- und Lichteffekte bis zu den eingespielten Videos. Und während seine Band wie gewohnt auf der Bühne mit dem Meister spielte, konzertierten die Mitglieder seines Orchesters in aufeinandergestapelten Würfeln. Das Hamburger Abendblatt schrieb dazu „Der Sound ist so perfekt, dass man sich wünscht, die Garrett-Crew würde künftig alle Gastspiele in der Arena produzieren“… Ich vermute, die Journalisten saßen auf besseren Plätzen. Ich hatte auf unserem Platz den Eindruck, hin und wieder das ein oder andere Instrument nicht zu hören.
In der Show gönnte sich der mehrfache „Echo“-Preisträger eine Kirchenglocke, die sich eigens für den Song „Take Me To Church“ (Hozier) von der Decke senkte; Garrett schlug sie mit seinem rechten Fuß. Zu „Mein Herz brennt“ (Rammstein) turnte eine Akrobatin ungesichert an einem Ring in schwindelerregender Höhe.. das war im wahrsten Sinn atemberaubend!!










